1. Startseite
  2. Wissen und Grundlagen
  3. DIN 18017-3 – Entlüftung von innenliegenden Räumen

Der Zweck der DIN 18017-3 Norm

 

Die Norm DIN 18017-3 „gilt für die Entlüftung mit Ventilatoren zur Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Außenfenster in Wohnungen“. Bei Sanierungen oder dem Neubau von Mehrfamilienhäusern, Hotels usw. mit innenliegenden Räumen sind Einzel- oder Zentrallüftungsanlagen für diese Räume vorzusehen. Die momentan gültige Ausgabe der Norm DIN 18017-3 ist im September 2009 erschienen. In einer überarbeiteten Version mit der Bezeichnung DIN 18017-3:2020-05 tritt die Norm zum 1. Mai 2020 in Kraft.

Zeitliche Übersicht der aktuellen Überarbeitung:

  • 2017: Start der Überarbeitung der DIN 18017-3
  • Anfang 2019: Gründruck
  • Mai 2020: Weißdruck

 

Normen-Broschüre

Normen und die Bedarfsführung: Unsere neue Broschüre bietet alle relevanten Informationen über die DIN 18017-3:2020-05 und darüber hinaus über das Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, sowie die DIN 1946-6:2019-12 auf einen Blick zusammengefasst. Auch beinhaltet die Broschüre praxisnahe Auslegungsbeispiele. Über den folgenden Link können Sie die kostenlose Broschüre online einsehen und abspeichern.

Normen Broschüre einsehen

 

DIN 18017-3:2020-05: Alle Veränderungen auf einen Blick

 

Die neue Version der Norm ist seit dem 01. Mai 2020 gültig. Die Grundprinzipien der DIN 18017-3, die Lüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Fenster in Wohngebäuden, sind ohne relevante Verschärfungen weitestgehend erhalten geblieben.

Relevante Anpassungen

  • Bei der Bedarfsführung: Die maximalen Luftvolumenströme bei Erkennung des Luftbedarfs mittels eines Raumluftsensors wurden reduziert
  • Die Infiltration wurde an die neue DIN 1946-6:2019-12 angepasst
  • Der neue Anhang C beinhaltet eine Visualisierung von beispielhaften Profilen der Abluftvolumenströme

 

Allgemeine Informationen zur DIN 18017-3

 

Die Norm DIN 18017-3 behandelt die Entlüftung von Bädern und Toilettenräumen ohne Fenster in Wohngebäuden. Darüber hinaus können auch andere Räume innerhalb der Wohneinheiten des Objekts nach dieser Norm entlüftet werden. Hierzu zählen:

  • Küchen oder Bäder mit Fenster
  • Kochnischen
  • Hausarbeits- oder Abstellräume

Die Lüftung von fensterlosen Küchen ist allerdings kein Gegenstand der Norm.

Die DIN 18017-3 Norm ist baurechtlich eingeführt über die Musterbauordnung (MBO) bzw. die Bauaufsichtliche Richtlinie über die Lüftung fensterloser Küchen, Bäder und Toilettenräume in Wohnungen.

Welche Lüftungssysteme sind in der Norm vorgesehen?

Grundsätzlich sind ausschließlich ventilatorgestützte Lüftungssysteme erlaubt. Die Lüftungsgeräte werden dabei entweder durch den Nutzer nach Bedarf gesteuert oder vollkommen autark durch Raumluftsensoren geregelt.

Zur Produktübersicht

Welche Luftvolumenströme fordert die Norm DIN 18017-3?

Bei der DIN 18017-3 wird zwischen vier unterschiedlichen Betriebsfällen, oder auch Kategorien, unterschieden. Je nach Steuerungsart muss einer der folgenden Betriebsfälle erfüllt werden (siehe nachfolgende Tabelle):

Mindest-Abluftvolumenströme
  Kategorie R-ZD Kategorie R-BD Kategorie R-PN Kategorie R-PD
 

Zeitabhängig
(mit Dauerbetrieb;
50/100% je 12 h/d)

Bedarfsabhängig
(mit Dauerbetrieb variierend)

Präsenzgeführt
(mit Nachlauf)

Präsenzgeführt
(mit Dauerbetrieb variierend)

Bad 20 oder 40 m³/h 15-40 m³/h 0 oder 60 m³/h 15-60 m³/h
WC 10 oder 20 m³/h 7,5-20 m³/h 0 oder 20 m³/h 7,5-20 m³/h
Beispiel Steuerung über Zeitschaltuhr Steuerung über Raumluftsensor Steuerung über Präsenzsensor Steuerung über Präsenzsensor
DIN 1946-6 konform Ja Ja Nein Ja

 

Empfehlung: Aereco empfiehlt aus hygienischen und energetischen Gründen sowie hinsichtlich des Wohnkomforts die Regelung der Abluftvolumenströme nach Kategorie R-BD. Die feuchtegeregelten Abluftelemente der Serie 80 erfüllen die Anforderungen nach Kategorie R-BD und zusätzlich die der DIN 1946-6:2019-12.

 

Wie wird die Nachströmung der Luft von außen in die Wohnung sichergestellt?

Liegt die notwendige Zuluft über der Infiltration? Wenn die erforderliche Zuluft nicht über die Infiltration sichergestellt werden kann, sind zusätzliche ALD (Außenbauteil-Luftdurchlässe) erforderlich.

Infiltration über die Gebäudehülle

In diesem Fall wird die gleiche Berechnungslogik wie bei der DIN 1946-6:2019-12 zugrunde gelegt.

Wichtiger Hinweis: Bei neuen Gebäuden, die sehr dicht gebaut sind, reicht die Infiltration in den meisten Fällen nicht aus!

Wenn die Infiltration nicht ausreicht:

Die Infiltration wird in diesem Fall zusätzlich über die ALD sichergestellt. In diesem Kontext empfehlen wir eine Nutzung von feuchtegeführten Außenbauteil-Luftdurchlässen sowie eine Verteilung der Zuluft innerhalb der Wohnung.

In Wohn- und Schlafbereichen können die Aereco ALD für Fenster-, Wand- oder Rollladenkasteneinbau vorgesehen werden. Diese ALD sind feuchtegeführt, d. h. die Luftmengen werden individuell und permanent in Abhängigkeit zur relativen Raumluftfeuchte im Raum zugeführt.

 Dies ist sowohl energetisch als auch hygienisch optimal.

 

Was bei der Norm DIN 18017 Teil 3 zu beachten ist

 

Innerhalb der Wohnung

Innerhalb der Wohnung können die Luftströme über Überström-Luftdurchlässe (ÜLD) sichergestellt werden.

Brandschutztechnische Anforderungen

Die Anforderungen an den baulichen Brandschutz beim Einsatz von Lüftungsgeräten und Luftverteilsystemen sind grundsätzlich geregelt und müssen bei Lüftungsanlagen nach DIN 18017-3 beachtet werden. Folgende Vorschriften gilt es zu beachten:

  • Musterbauordnung (MBO)
  • Muster-Richtlinie über brandschutztechnische Anforderungen an Lüftungsanlagen (M-LüAR)

Landesrechtliche Vorschriften können davon abweichen.

 

Der kleine Schritt zur bedarfsgeführten Wohnungslüftung – Referenzanlage der EnEV 2016

 

In vielen Geschosswohnbauten sind klassische Einzelraumlüfter zur Einhaltung der Lüftungsanforderungen nach DIN 18017-3 in Kombination mit ungeregelten Bauteilen zur Frischluftnachströmung im Einsatz. Dort wird die Geräuschentwicklung im Abluftbereich in Kauf genommen und häufig auf eine feinfühlige Messsensorik verzichtet – sowohl auf der Abluft- als auch auf der Zuluftseite.

Dass es auch anders geht, zeigen raumweise feuchtegeführte Abluftsysteme (Referenzanlagentechnik gemäß EnEV 2016; zentrale Abluftanlage, bedarfsgeführt mit geregeltem DC-Ventilator). Mit diesen lassen sich durch die zeitlich und raumweise angepasste Abfuhr verbrauchter Luft ein zufriedenstellender Wohnkomfort in modernen Häusern mit luftdichter Gebäudehülle erreichen.

Dabei wird genug Luft ausgetauscht, um die bauphysikalischen und hygienischen Anforderungen zu erfüllen Aber nicht zu viel, sodass zu starkes Austrocknen der Raumluft und gravierende Schwankungen der Raumtemperatur während der Heizperiode vermieden werden. Eine Stoßlüftung ist über die Optionen Präsenzerfassung oder Impulsschalter möglich. Das Lüftungsgerät sitzt z. B. unter oder auf dem Dach des Gebäudes.

Zur EnEV-Themenseite

 

GEG – Jetzt noch besser als die Referenzanlage!

 

Mit Einführung des Gebäudeenergiegesetz, kurz GEG, zum 01. November 2020, ist die Referenzanlage des Referenzgebäudes als nicht-bedarfsgeführt ausgelegt. Somit wird das zu bilanzierende Gebäude durch den Einsatz einer bedarfsgeführten Lüftungsanlage von AERECO direkt besser als das Referenzgebäude. Neben den ohnehin schon reduzierten Lüftungswärmeverlusten durch die Bedarfsführung, erreichen bzw. unterschreiten AERECO Lüftungsanlagen die Primärenergiegrenzen des GEG. 

Zur GEG-Themenseite wechseln

 

Die mechanische Lüftung und ihre Vorteile

Es stellt sich die Frage, ob die Nutzer einer Wohnung ohne mechanische Lüftung in der Lage sind, die Balance zwischen übermäßigem und zu geringem Lüften selbst zu erreichen, oder ob sie damit aufgrund von Zeitmangel und Unkenntnis der bauphysikalischen Zusammenhänge überfordert sind. Für den Bauträger ist die Schimmelvermeidung nach Übergabe der Wohnungen wichtig, dem Hausverwalter bleiben Wartungsarbeiten in den einzelnen Wohnungen erspart.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik (IBP) Holzkirchen (die Studie ist auf Anfrage per E-Mail über info@aereco.de bei Aereco erhältlich) belegte übrigens vor mehr als zehn Jahren, dass bedarfsgeführte Abluftsysteme bei Betrachtung des Heiz- und Strombedarfs ein ähnliches energetisches Niveau erreichen können wie konstant laufende Zu- und Abluftsysteme mit Wärmerückgewinnung. Wird eine höhere Energieeffizienz angestrebt, sollten auch bei Lüftungsanlagen mit WRG bedarfsgeführte Systeme gewählt werden.

Weitere Beiträge im Wissensbereich entdecken

Immer einen Schritt voraus bleiben

Im AERECO-Wissensbereich finden Sie viele weitere Beiträge über die DIN 1946-6, das GEG – Gebäudeenergiegesetz, Schall bei Lüftungsanlagen sowie zu vielen weiteren Themen wie Lüftung in Schulklassen, FAQs, Filme und vieles mehr! Ein Blick lohnt sich.

Weiterlesen